KiKxxl spendet für das Projekt „Damals nicht, jetzt nicht, niemals!“

KiKxxl spendet für das Projekt „Damals nicht, jetzt nicht, niemals!“

Zeitzeugen des Ersten Weltkriegs gibt es nicht mehr. Oder doch?

Der Osnabrücker Künstler Volker-Johannes Trieb hat im Elsass Eichen entdeckt, die als hölzerne, kriegsgezeichnete Zeitzeugen, immer noch Geschoss-Spuren des Ersten Weltkriegs in sich tragen.

Der Künstler hat 32 Eichen aus dem ehemals erbittert umkämpften Gebiet herausgesucht. Diese Zahl ist nicht zufällig gewählt: Sie erinnert zum einen an die 32 Unterzeichnerstaaten des Versailler Friedensvertrags, zum anderen bezieht sich die Zahl auf ein Zitat aus „Im Westen nichts Neues“: „Wir waren 150 Mann. Jetzt tappt eine kurze Reihe von 32 Mann in den Morgen hinaus.“ Auf allen Eichen wurde mit Schriftbändern aus Stahl ein Zitat aus dem weltberühmten Antikriegsroman, des Osnabrückers Erich Maria Remarque eingefügt. Die Geschoss-Spuren im Holz sind mit der Kettensäge ausgearbeitet und herausmodelliert.

In Osnabrück stehen sie nun an Orten, die eine Verbindung zum ersten Weltkrieg haben: wie die Johannisstraße, wo in jedem Haus ein Mann ums Leben kam, oder am Bahnhofsvorplatz, wo die Soldaten begeistert in den Krieg zogen vor hundert Jahren, oder an den Kasernen an der Caprivistraße, wo einst auch Erich Maria Remarque fit für den Krieg gemacht wurde. Von 2014 bis 2018 sollen sie als „temporäre Mahnmale“ stehen, zum Thema „1914/1918 – Hundert Jahre Erster Weltkrieg.“

Das Projekt wurde vom Kulturausschuss einstimmig angenommen, ist aber rein privatwirtschaftlich finanziert. Jedes Holz hat einen eigenen finanziellen Paten. KiKxxl beteiligt sich an den Kosten und hat für das Projekt einen Baumstamm gespendet. Wir finden die Idee, den öffentlichen Raum zu akzentuieren und somit die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit einzubringen ist gerade heute so wichtig wie aktuell. Denn es gibt einerseits kaum lebende Zeitzeugen, die von den Schrecken des Ersten Weltkriegs berichten können und andererseits zwingen die aktuellen Ereignisse in Europa und im Gaza, sich mit dem Thema immer wieder kritisch auseinanderzusetzen.

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