Integration durch Sprache und Arbeit

Integration durch Sprache und Arbeit

KiKxxl beschäftigt Mitarbeiter aus 30 Nationen – Modellprojekt für Flüchtlinge geplant

„Die erfolgreichste Form der Integration ist, Menschen eine Arbeit zu geben“, ist Sabine Müller-Wöhrmann, Personalleiterin bei dem Telekommunikationsunternehmen KiKxxl, überzeugt. In dem Unternehmen mit Standorten in Osnabrück, Bremen, Dortmund und Bochum arbeiten mehr als 1.700 Mitarbeiter aus 30 Nationen. Darunter auch Mitarbeiter mit Wurzeln aus Syrien, dem Irak und Iran. Gerade aus den Krisenregionen, aus denen derzeit die Flüchtlinge nach Deutschland kommen.

Dass Integration in dem Unternehmen funktioniert, zeigt ein Besuch auf der Dachterrasse des Osnabrücker Stammhauses. Einträchtig stehen hier Mitarbeiter unterschiedlichster Herkunftsländern und Konfessionen in den Pausen zusammen und unterhalten sich oder rauchen. „Es ist wichtig gerade jungen Menschen mit Migrationshintergrund eine Aufgabe zu geben. Integration kann nur über die Sprache und über Arbeit erfolgen“, ist Müller-Wöhrmann sicher.

Daher sieht auch Geschäftsführer Andreas Kremer in dem Flüchtlingszustrom eine riesige Chance aber gleichzeitig auch eine gewaltige Herausforderung für Gesellschaft und Arbeitsmarkt. Und hier könnten laut Kremer die Unternehmen der Branche helfen. Die Call-Center-Branche sei bereits seit Jahren ein wichtiger Personalqualifizierer. Sie gibt Quereinsteigern aber auch Geringqualifizierten eine Chance, in den ersten Arbeitsmarkt zu gelangen. Der Chef des Osnabrücker Kommunikationsunternehmen möchte ein Modellprojekt auf die Beine stellen, bei denen Flüchtlinge mit Bleibestatus nach erfolgreich abgeschlossenen Sprachkursen bei KiKxxl weiter qualifiziert werden und so in ein Beschäftigungsverhältnis wechseln können. 50 Arbeitsplätze möchte Kremer im Rahmen dieses Modellprojektes schaffen. Bei einem Erfolg sollen auch in den anderen Standorten Plätze zu Verfügung gestellt werden.

Das wohl größte Hindernis ist hierbei allerdings die deutsche Sprache. Daher setzt Kremer auf Intensivsprachkurse und würde diese im Rahmen der Flüchtlingsintegration auch fördern. Erste Gespräche mit den verantwortlichen Stellen bei Stadt und Land seien bereits geführt worden. Genutzt werden sollen auch die Sprachkenntnisse der Mitarbeiter. „Einige unserer Mitarbeiter beherrschen die arabische Sprache und sind mit den Gepflogenheiten hier in Deutschland vertraut“, ergänzt die Personalleiterin. Diese könnten, so Müller-Wöhrmann, als sogenannte Integrations-Scouts, den Flüchtlingen helfen, in Deutschland Fuß zu fassen. Also ein erster wichtiger Schritt in Richtung Integration.

 

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