SV Meppen macht ein Fass auf

Nach 3:2-Sieg Relegationschance

  

 

SV Meppen macht ein Fass auf

Nach 3:2-Sieg Relegationschance

Totgesagte leben länger. „Die Gallier sind wieder da", funkte Trainer Hubert Hüring „total stolz auf das Emsland" an die Oberligakonkurrenz und an alle, die den SV Meppen schon abgeschrieben hatten. Am letzten Oberligaspieltag beim Meister Holstein Kiel können die Blau-Weiß en doch noch aus eigener Kraft die Relegationsrunde zur Regionalliga-Qualifikation erreichen.

Es war ein nahezu perfektes Wochenende, an dem die Fußballwelt rund um den Traditionsklub. von 1912 Kopf stand und die Euphorie Rekorde brach. 7100 Zuschauer – Höchstmarke der Oberliga Nord in dieser Saison - feierten am Freitagabend den 3:2-Erfolg im Derby gegen Eintracht Nordhom wie die Wiederauferstehung. Am Sonntag folgte die notwendige Schützenhilfe des SV Wilhelmshaven mit dem 2:2-Unentschieden gegen den VfB Oldenburg, mit dem sich die bis dahin punktgleichen Emsländer ein Fernduell um den letzten Qualifikationsplatz liefern, nachdem TuS Heeslingen die Lizenz für die Regionalliga verweigert wurde.

Zwei Tore des stark aufspielenden Ex-Nordhorners Eray Bayraktar (42., 60.) und ein Treffer des schnellen Niederländers Rene Wessels (43.) machten aus einem 0:1-Rückstand (Ahrend, 34.) einen 3:l-Vorsprung, den der eingewechselte Brode (66.) nur noch verkürzen konnte. Die Hochspannung beim offenen Schlagabtausch hielt bis zum Abpfiff an. Dann brach sich das ganze Repertoire an Jubelszenen Bahn. SVM machte ein Fass auf. Es war ein „Riesenevent“ in der Vivaris Arena. Die großartige Stimmung auf den Rängen und auf dem Rasen erinnerte an die Begeisterurigswelle von 1996, als der SV Meppen unter der Regie von Trainer Paul Linz in einer unglaublichen Aufholjagd doch noch der Klassenerhalt gelang. Oder in der Saison 2003/04, als der im Winter neu verpflichtete Trainer Georg Belke doch noch die Qualifikation für die eingleisige Oberliga Nord erreichte und von den Fans auf Händen getragen wurde. Jetzt kann Hubert Hüring diesen Husarenstreich wiederholen. Im Oktober übernahm die SVM-Spielerlegende den Trainerjob von Alo Weusthof und formte eine neue, kampfstarke Mannschaft, derzeit das erfolgreichste Team der Oberliga. 16 Punkte und elf Tabellenplätze lagen die Meppener in der Winterpause noch hinter dem damaligen Tabellenzweiten VfB Oldenburg zurück. Jetzt haben sie zwei Zähler Vorsprung vor dem VfB, den sie 2003/04 im Kampf um die Qualifikation zur 4. Liga schon einmal um eben diese zwei Punkte überholten.

Neue Osnabrücker Zeitung